Der S&P 500 Indicator hat nun seine 13. grüne Woche in Folge verzeichnet, während der Markt seinen starken Anstieg fortsetzt. Der Breakout der vergangenen Woche über die Marke von 6.350 hat eine neue Aufwärtswelle ausgelöst, wobei 6.500 zu einem zunehmend realistischen Ziel wird. Dieses bullishe Momentum wird durch einen deutlichen Rückgang der Volatilität gestützt, auch im MOVE Index, da sich die Renditen 30-jähriger Anleihen von der psychologisch kritischen Schwelle von 5 % zurückziehen. Die Renditen kürzer laufender Treasuries bleiben deutlich niedriger, was die Markterwartung künftiger Zinssenkungen der Fed widerspiegelt.
Doch die grundlegende Frage bleibt: Wird die Fed trotz anhaltender Inflation und eines robusten Arbeitsmarktes politischem Druck nachgeben? Während die Notenbank die kurzfristigen Zinsen festlegt, werden die Renditen der Treasuries vom Markt bestimmt – über Angebot und Nachfrage. Eine Zinssenkung stärkt indirekt die Nachfrage nach Anleihen, da zusätzliche Liquidität oft ihren Weg in Treasuries findet. Die aktuelle Marktbepreisung deutet jedoch auf keine Senkung bei der FOMC-Sitzung am 30. Juli hin, für den Rest des Jahres 2025 sind lediglich zwei Senkungen eingepreist – voraussichtlich im September und Dezember. Eine überraschende Senkung in der kommenden Woche würde zweifellos eine bullishe Reaktion auslösen.
Das Hauptziel einer Leitzinssenkung ist die Belebung der Wirtschaftstätigkeit. Niedrigere Finanzierungskosten fördern Konsum und Investitionen, verringern den Sparanreiz und stützen damit Risikoanlagen wie Aktien. Mit der Zeit kann dies zu höherer Inflation führen. Zinssenkungen schwächen zudem tendenziell die heimische Währung und machen Exporte wettbewerbsfähiger. Zu den Nachteilen gehören jedoch Druck auf die Margen der Banken und das Risiko, dass Zinssenkungen wirkungslos bleiben, wenn das Vertrauen fehlt.
Die kommende Woche wird datenreich und erhöht die Spannung rund um die Markterwartungen weiter:
• Arbeitsmarkt: JOLTS (Dienstag), Nonfarm Payrolls & Arbeitslosenquote (Freitag) • Inflation: PCE & PMI (Donnerstag) • Makro: BIP und Hausverkäufe (Mittwoch) • Revisionen früherer Berichte • Quartalszahlen: Schwergewichte wie Apple, Amazon, Meta, Visa, Mastercard, PayPal, ExxonMobil, Chevron, Ford und Qualcomm
Trotz des starken technischen Setups könnten diese anstehenden Ereignisse die Volatilität wieder anfachen, zumal die Saisonalität im August eher neutral bis negativ ist. Die Risikobereitschaft der Privatanleger erreicht euphorische Niveaus, was sich in rekordhohen Margin-Schulden widerspiegelt. Technisch zeigt der S&P 500 noch keine größere Schwäche, doch es gibt frühe Warnzeichen: eine schwächere Entwicklung des Technologiesektors, Rotation in defensive Werte und Divergenzen bei den Indikatoren der Marktbreite. Gleichzeitig gewinnen Edelmetalle wie Gold und Silber an Momentum, was auf verstärkte Absicherungsaktivitäten hindeutet.
Kurz gesagt: Während alle mit aggressiven Call-Positionen dem Aufwärtspotenzial hinterherjagen, sind Puts derzeit ungewöhnlich günstig – und könnten sich bald als wertvoll erweisen.