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Was Sie über die Arbeitsmarktzahlen wissen sollten

'2025-07-03'
Jetzt läuft Was Sie über die Arbeitsmarktzahlen wissen sollten

Nach einer gewissen Schwäche zu Wochenbeginn hat der S&P Indicator wieder an Momentum gewonnen – ebenso wie der S&P 500 selbst. Wir erwarten heute eine möglicherweise deutliche Marktbewegung, voraussichtlich ausgelöst durch die Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls (NFP) für Juni. Nach den aktuellen Werten des S&P Indicator gibt es keine Anzeichen für eine dominierende bearishe Positionierung, keine nennenswerten Distributionsmuster und keine bearishen Impulse. Der Indikator bleibt daher grün.

Anfang der Woche überraschte der JOLTS-Bericht positiv. Dennoch sehen wir weiterhin Signale, dass sich Teile des US-Arbeitsmarktes abschwächen könnten. Dieser scheinbare Widerspruch verdient eine genauere Betrachtung.

Kurz zusammengefasst Stellenzuwachs (NFP): Der Konsens erwartet für Juni ein Plus von rund 110.000 Stellen, nach +139.000 im Mai. (Reuters-Konsens) Arbeitslosenquote: Erwartet wird ein leichter Anstieg auf rund 4,3 %. Lohnwachstum: Das jährliche Lohnwachstum bleibt mit +3,9 % solide, scheint auf diesem erhöhten Niveau aber ein Plateau erreicht zu haben. ADP-Beschäftigung im Privatsektor: Der jüngste ADP-Bericht zeigte im Juni einen unerwarteten Rückgang um 33.000 Stellen im Privatsektor, verfehlte die Erwartungen deutlich und sendete ein Warnsignal. (Reuters)

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe: Sie sind zuletzt gesunken – ein positives Zeichen für die Stabilität des Arbeitsmarktes –, doch die Folgeanträge bleiben erhöht, was auf anhaltenden Druck für einen Teil der Beschäftigten hindeutet. JOLTS offene Stellen: Anstieg auf 7,77 Millionen, was auf eine anhaltende Nachfrage nach Arbeitskräften hindeutet, trotz langsamerer tatsächlicher Einstellungen. JOLTS Entlassungen: Rückläufig – ein positives Signal für die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes.

Gesamtbild und mögliche Erklärung: Das aktuelle Bild des Arbeitsmarktes ist gemischt. Die solide Zahl offener Stellen spricht für eine zugrunde liegende Stärke, doch schwächerer Stellenzuwachs und schwächere Einstellungsindikatoren deuten auf erste Risse hin. Frühindikatoren wie ADP und die Einstellungsdaten deuten auf nachlassendes Momentum hin, auch wenn offene Stellen und Lohnniveau historisch hoch bleiben. Die wöchentlichen Erstanträge sprechen für Stabilität, liegen aber weiterhin über dem Niveau vor der Pandemie. Die heutigen Szenarien im Einzelnen Die Politik der aktuellen US-Regierung trägt zu gewissen Belastungen für den Arbeitsmarkt und die Gesamtwirtschaft bei:

Brain Drain: Insbesondere der Technologiesektor ist auf hoch qualifizierte Wissenschaftler und Forscher aus dem Ausland angewiesen. Änderungen der Visapolitik, zusätzliche Beschränkungen, eine allgemeine Wissenschaftsskepsis und strengere Einreiseverfahren – einschließlich gelegentlich harter Behandlung durch Grenzbeamte – haben die USA für hoch qualifizierte Fachkräfte weniger attraktiv gemacht. Das könnte künftige Innovation und Wettbewerbsfähigkeit dämpfen.

Abschiebungen und Mangel an Niedriglohnkräften: Viele Abgeschobene arbeiteten zuvor in gering qualifizierten Niedriglohnjobs, auf die die US-Wirtschaft stark angewiesen ist. Mit zunehmenden Abschiebungen verschärft sich der Arbeitskräftemangel in Branchen wie Landwirtschaft, Gastgewerbe und Dienstleistungen, was zu anhaltend unbesetzten Stellen beiträgt.

Was heute zu erwarten ist Konsensprognose NFP: Rund +110.000 neue Stellen im Juni, bei einer Arbeitslosenquote von etwa 4,3 %.

Über den Erwartungen: Ein starker Bericht würde signalisieren, dass der Arbeitsmarkt robust bleibt, und das unmittelbare Risiko eines Konjunkturabschwungs verringern. Die Federal Reserve stünde im Juli unter weniger Druck, die Zinsen zu senken. Schätzung von JPMorgan: Liegen die NFP zwischen 125.000 und 145.000, könnte der S&P 500 um 0,75 % bis 1,25 % steigen. Ein Wert über 145.000 könnte Gewinne von 1 % bis 1,5 % befeuern.

Unter den Erwartungen: Ein schwacher Wert würde auf eine Abschwächung am Arbeitsmarkt hindeuten und könnte Sorgen um die Konjunkturdynamik schüren, möglicherweise im Zusammenhang mit politischer Unsicherheit. Die Fed könnte frühere Zinssenkungen in Betracht ziehen, möglicherweise schon im Juli. Simulationen von JPMorgan: Liegt der Stellenzuwachs bei etwa 85.000 bis 105.000, könnte der S&P 500 um 0,25 % bis 1,5 % fallen. Ein deutlich schwächerer Wert unter 85.000 könnte einen stärkeren Rückgang von 2 % bis 3 % auslösen.

Ein schwacher Bericht – insbesondere nach der negativen ADP-Überraschung – könnte allerdings die Markterwartungen an Zinssenkungen der Fed erhöhen und trotz schwächerer Fundamentaldaten eine Erleichterungsrally bei Aktien auslösen.

Ein Hinweis zur Datenqualität Zu beachten ist, dass die NFP-Zahlen teilweise auf Prognosemodellen beruhen, etwa dem Birth-Death-Modell des Bureau of Labor Statistics. Dieses Modell schätzt die Stellenschaffung durch Unternehmensgründungen und die Stellenverluste durch Geschäftsaufgaben, die von den Umfragedaten nicht direkt erfasst werden. Daher werden die ersten NFP-Zahlen in den Folgemonaten häufig revidiert – mitunter erheblich.

Die Märkte reagieren jedoch in der Regel stark auf die Erstveröffentlichung, und diese unmittelbaren Kursbewegungen werden kaum je „revidiert“, unabhängig von späteren Datenkorrekturen. Ob diese Dynamik als Marktverzerrung gilt oder schlicht die Natur schnelllebiger Finanzmärkte widerspiegelt, bleibt umstritten – für alle, die auf die NFP-Schlagzeilen hin handeln, ist sie jedoch ein entscheidender Kontext.

Quellen: Reuters-Konsensprognosen JPMorgan „Guide to NFP Trading“ (verschiedene Berichte) U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) ADP National Employment Report, Juni 2025 JOLTS-Bericht, Mai 2025